Okay, jetzt reicht es. Bei Obama war das ja alles noch ganz lustig und selbstreferenziell, aber das hier verstößt nicht nur gegen den guten Geschmack, sondern auch gegen das, was auf freiwilliger Basis in mühevoller und jahrelanger Arbeit geschaffen wurde.

Die CDU Hessen schmückt ihren Wahlkampf auf (wie die CDU wohl meint) viraler Ebene durch das „Weblog“ webcamp09.

Mir liegt viel an demokratischen Grundordnung in diesem Land und selbst arge Kritiker müssen wohl zugeben, dass auch die CDU (selbst die CDU in Hessen) einen großen Anteil an der demokratischen Ordnung in Deutschland hat. Demzufolge ist Wahlkampf ein legitimes Mittel – und sie sollen diesen Wahlkampf auch gerne führen, aber bitte nicht so.

Mit der Konstellation “webcamp” wird etwas politisiert, was in seinen Grundzügen bisher erfreulicherweise unpolitisch war. Auch wenn letztendlich nur der Begriff aufgenommen wurde. Jedoch entsteht durch webcamp09 ein falscher Eindruck und nicht zuletzt auch durchaus eine Verwechselungsgefahr mit Barcamps oder spezifischen Themen-Camps, allein durch die Verwendung dieser Wortkonstellation.

Diese Entwicklung ist nicht wünschenswert und hier haben die Wahlkampfstrategen in ihrer endlichen Genialität aus meiner Sicht heraus den Bogen überspannt. Die Hessen CDU möchte auf dieser Welle mitreiten, hat aber nicht verstanden, dass ihr diese Welle nicht gehört.