Aussteller auf der CeBIT beneide ich nicht im Geringsten, nicht einmal ein kleines Bisschen. Es war das dritte Jahr in Folge, an dem ich die komplette Messewoche jeden Tag auf dem Messegelände unterwegs war und das auch nur als Besucher. Selbst, dass die CeBIT in diesem Jahr einen Tag kürzer ausfiel, änderte nichts am gefühlten Zustand der Erschöpfung.
Ich würde jetzt gern über große Neurungen und Innovationen berichten, aber wenn es sie dort zu sehen gab, sind sie mir entgangen. Denn primär drehte sich meine eigene kleine Messewelt lediglich um Halle 6 mit der webciety und dem Convention Center mit der CeBIT Global Conferences.
Die webciety fällt als Konzept sehr positiv aus dem Rahmen einer konventionellen Messe: Das Programm bot eine vielfältige Themenauswahl und es war eigentlich fast für jeden Besucher etwas von Interesse dabei. Bei viele der Panels, die ich mir ansehen konnte, war allerdings der Eigenmarketing-Anteil einiger Teilnehmer zu sehr präsent und dies hinterließ einen leicht faden Beigeschmack.
Ein paar Eindrücke, was sich hinter dem Konzept verbirgt und zwei gesammelte Stimmen finden sich in dem Video.
Vielen Dank an Sascha Lobo, der mir Rede und Antwort stand.
Bald ist es wieder soweit, am 2.- 6. März 2010 startet die Cebit 2010 (2009 besuchten 400.000 Menschen die Ausstellung) mit vielen Erneuerungen in allen Bereichen, was auf eine schnellere, vereinfachtere und bessere Technologie hoffen lässt.
Gespannt können wir auf jeden Fall dieses Jahr wieder sein was die Aussteller aus aller Welt für neue Geräte und Zukunftstechnologien aus Bereichen wie Computer, Navigation, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik vorstellen werden.
24 Jahre nach der ersten Cebit stellt die Leitmesse für Informationstechnik und Telekommunikation nicht nur die Technologien und Produkte in den Fokus, sondern auch Lösungen für konkrete Anwendungen „der Aufbruch in eine neue Dimension“ steht uns 2010 bevor, glaubt man den Ankündigungen.
Ein durchaus interessanter Tag auf der CeBIT. Zahlreiche Vorträge, aufgeteilt in mehrere Slots, füllten einen langen Tag. Die Vorträge waren in ihrer Qualität durchwachsen: Bei Einigen war die behandelte Thematik durchaus interessant und versprach umfassende Informationen, aber der oder die Vortragende schossen über das Ziel hinaus und fielen eher mit belanglosen, defizitären Kauderwelsch aus der Rolle. Das Negativ-Beispiel in dieser Hinsicht war der Votrag von Jeff Schick (IBM). Ein gut vorbereiteter Fachvortrag erster Güte auf den ersten Blick; auf den zweiten Blick eine doch sehr selbstverliebte Vorstellung mit wunderschönen, aber leider in keinster Weise relevanten Folien.
Eine gemischte Vorstellung gab Wieland Stützel (Fraport AG). Das Thema über die Migration eines Fraport internen Wikis mit dem Namen SkyWiki, welches parallel zum Intranet betrieben wird. Ich vermute, es war nicht einfach die Führung von Fraport davon zu überzeugen, dass ein Wiki in der internen Firmenkommunikation durchaus viele Vorteile bieten kann (im Gegensatz zu vielen, doch eher statischen Intranet-Lösungen). Der Ansatz, der nun verfolgt ist, ist doch eher halbherzig, da nur eine begrenzte Anzahl von Mitarbeitern (ich meine, mich an die Zahl 5 erinnern zu können) wirklich mit der Generierung von Inhalten beschäftigt ist. Inhaltlich interessantes Thema, dank des doch eher bescheidenden englischen Sprachflusses des Vortragenden – eine sehr ermüdende Präsentation.
An dieser Stelle komme ich zu den doch überwiegend positiven Eindrücken. Die Moderation von Simon Wardley war hervorragend, frei und unkompliziert. Ein ganz großer Pluspunkt.
Der erste Vortrag von Dion Hinchcliffe „How Web 2.0 Technologies revolutionize the Enterprise” entsprach meinen Erwartungen. Die Präsentation war stimmig, die Folien zwar teilweise sehr mit Informationen überflutet, aber aufgrund dieser wirklich sehr guten Präsentation, der relevanten Themenbehandlung gehörte dieser Vortrag zu den Highlights der gesamten Enterprise 2.0 Summit. Andererseits kann man es von einer Ikone des Enterprise 2.0, was Dion Hinchcliffe zweifelsfrei ist, auch erwarten.
Hier noch einmal ein Blick in das Programm.
Ich werde mich zum Thema Enterprise 2.0 in nächster Zeit noch häufiger zu Wort melden. Einerseits ist die Thematik sehr komplex und spannend, andererseits eines der Boom-Themen des Web 2.0.
Das zweistündige Programm war gut gefüllt und durchaus interessant. Leider waren nur nur wenige Blogger aus Hannover und Umgebung vor Ort.
Wenn die Bahnhöfe selbst im Umland von Hannover morgens um 8 Uhr so voll sind, dass man sich wie in einer Sardinenbüchse fühlt, die Taxifahrer von Glücksgefühlen übermannt strahlen, die Gastronomen plötzlich 480 statt 90 Euronen für ihre Zimmer offerieren, bzw. dass Wiener Schnitzel bei XY nicht mehr 11, sondern 28 Teuros verschlingt, die Bordsteinschwalben plötzlich schon an der Hamburger Allee abends um 9 Uhr aufgereiht stehen – ganz klar: dann ist CeBIT in Hannover.
Am 8. März steht ein (ich gebe zu, sehr kurzfristig organisiertes) Special ins Haus. Im Rahmen der Content Management Arena, findet am CeBIT Samstag eine Weblog Show statt. Blogger stellen sich vor. Je nach Anzahl der Teilnehmer kann jeder sein Blog 5-10 Min präsentieren, etwas daraus vorlesen und/oder seine Motivation zum Bloggen darlegen. Die Fokussierung soll auf Weblogs aus Hannover und Umgebung liegen, aber auch Blogger aus anderen Städten und Ländern sind eingeladen, ihre Projekte zu präsentieren. Die Anmeldung erfolgt hier.