Okay, jetzt reicht es. Bei Obama war das ja alles noch ganz lustig und selbstreferenziell, aber das hier verstößt nicht nur gegen den guten Geschmack, sondern auch gegen das, was auf freiwilliger Basis in mühevoller und jahrelanger Arbeit geschaffen wurde.
Die CDU Hessen schmückt ihren Wahlkampf auf (wie die CDU wohl meint) viraler Ebene durch das „Weblog“ webcamp09.
Mir liegt viel an demokratischen Grundordnung in diesem Land und selbst arge Kritiker müssen wohl zugeben, dass auch die CDU (selbst die CDU in Hessen) einen großen Anteil an der demokratischen Ordnung in Deutschland hat. Demzufolge ist Wahlkampf ein legitimes Mittel – und sie sollen diesen Wahlkampf auch gerne führen, aber bitte nicht so.
Mit der Konstellation “webcamp” wird etwas politisiert, was in seinen Grundzügen bisher erfreulicherweise unpolitisch war. Auch wenn letztendlich nur der Begriff aufgenommen wurde. Jedoch entsteht durch webcamp09 ein falscher Eindruck und nicht zuletzt auch durchaus eine Verwechselungsgefahr mit Barcamps oder spezifischen Themen-Camps, allein durch die Verwendung dieser Wortkonstellation.
Diese Entwicklung ist nicht wünschenswert und hier haben die Wahlkampfstrategen in ihrer endlichen Genialität aus meiner Sicht heraus den Bogen überspannt. Die Hessen CDU möchte auf dieser Welle mitreiten, hat aber nicht verstanden, dass ihr diese Welle nicht gehört.
Da wir ja quasi am Ende sind, nutze ich die Gelegenheit und blick einmal aus ganz persönlicher Sicht zurück auf das Jahr 2008.
In erster Linie war ich zunächst einmal viel unterwegs – aus diversen Gründen. Zusammengezählt in etwa 5000 Kilometer mit der geliebten Deutschen Bahn AG, rund 20 Stunden habe ich in Flugzeugen verbracht und mein KFZ habe ich dieses Jahr auch ungefähr 15.000 Kilometer bewegt. Dafür, dass ich nicht einmal handelsreisend bin, empfinde ich das als ganz ordentlich.
Ein schöner Jahresabschluss eines reichlich gefüllten BarCamp Jahres fand am vergangenen Wochenende in Hamburg statt – in Form des BarCamp Hamburg.
Die Anfahrt gestaltete sich aufgrund der Wetterlage etwas schwierig – zumindest wenn man mit der Bahn unterwegs war. Meine reizende und überaus geschätzte Mitreisende aus Bielefeld traf daher etwas verspätet in Hannover ein. Ab Hannover lief der Zugverkehr in Richtung Hamburg dann reibungsloser.
Da hätten wir dann noch das BarCamp Hamburg, quasi als Abschluss des Unkonferenz-Jahres. Am 22.11.08 und 23.11.08 werden noch einmal 400 Teilnehmer aufeinander losgelassen, eingeleitet von einer bestimmt sehr netten Party am Freitag Abend.
Interessant ist, die Sessions sind dreißig-minütig, mit einer anschließenden, halbstündigen Pause. Bei 12 Session Räumen sollte da eine Menge an Vorträgen zusammenkommen. Ich für meinen Teil, bereite mich auf diese Flut vor und plane schon einmal mit zwei bis drei Vorschlägen.
Okay, es ist schon ein paar Tage her, aber immerhin komme ich noch dazu, etwas darüber zu schreiben. Um es vorweg zu nehmen: Es war ein rundum gelungenes BarCamp an dem eigentlich alles stimmig war: Veranstaltungsort, WLAN, die Stimmung unter den Teilnehmern, die Sessions und die Organisation.

Foto: nhitze
Aktuell sitze ich zwar noch im Zug, aber ich bin definitiv auf dem Weg in die bayrische Landeshauptstadt. Es ruft am 11. und 12.Oktober das BarCamp München und zwar schon in zweiter Auflage.
Ich bin gespannt, freue mich, wie eigentlich immer, auf ein geekiges Wochenende und auf die vielen bekannten Gesichter.