Wie lange ist offline noch möglich?
Das ist die Frage, die ich mir ca. die gesamte letzte Woche gestellt habe, denn ich wurde Opfer eines eher unfreiwilligen Experiments. Seit langer Zeit war ich mal wieder bei meinen Eltern. Nach langer Fahrt und endlicher Ankunft, wollte ich erstmal ins Internet. Die üblichen Seiten durchschauen, Emails prüfen, Konten durchschauen.
Also Laptop an und: Pustekuchen. Keine Verbindung, vollkommen abgeschnitten. Ok, Probleme gab es bisher immer im heimischen WLAN. Doch es kam raus, dass alles in Ordnung war und dann fiel mir die ausgeschaltete DSL – Leuchte auf und mich beschlich ein ungutes Gefühl. Das ungute Gefühl wurde dann Realität: der DSL – Anschluss wurde abgemeldet.
Es ist interessant zu erleben, wie zurück gesetzt man sich im ersten Moment fühlt. Man möchte online gehen, kann aber nicht. Ein Gefühl des Entzugs macht sich breit.
Und tatsächlich ist es wirklich interessant zu sehen, wie hilflos man plötzlich im Alltag dasteht. Möchte man ins Kino gehen und wissen, wann ein bestimmter Film läuft und wie viel die Karte kostet, steht man schon vor dem ersten Problem: wo nachschauen? Man kommt zwar auf die Idee in der aktuellen Lokalzeitung nachzuschauen und erfährt auch die Spielzeiten. Aber wie viel kostet die Karte und kann man vielleicht noch Plätze reservieren? Da man bei der Annonce auf die Angabe einer Telefonnummer verzichtet hat und im Telefonbuch keine Eintragung hat machen lassen, bleibt nur noch das Hinfahren auf gut Glück.
Aber statt Kino könnte man ja auch einen Ausflug machen. Nur wie ist das Wetter vor Ort. Statt Internet könnte man ja mal beim Deutschen Wetterdienst nachfragen. Nur wo findet man die Telefonnummer?
Gerne wäre ich auch in ein Internetcafé gegangen, aber die haben leider mittlerweile alle dicht gemacht. Schließlich hat mittlerweile jeder einen eigenen DSL – Anschluss. Also warum noch ein Internetcafé aufmachen?
Und so ist es recht interessant zu erfahren, wie abhängig man mittlerweile vom Medium Internet ist, wenn es um die Informationsbeschaffung geht. Wie hilflos man sich im ersten Moment fühlt, wenn einem die scheinbar einzige Informationsquelle wegfällt.
Es stellt sich mir langsam wirklich die Frage, wie lange ein Leben offline noch möglich ist. Klar, sterben wird man nicht, aber man fühlt sich regelrecht ausgeschlossen und vom Informationsfluss abgeschnitten. Die Verbreitung von Internetanschlüssen ist so dermaßen stark, dass die meisten Unternehmen ihre Information nur mehr ins Internet auslagern, weil einerseits die Kosten für Einträge ins Telefonbuch oder die Schaltungen von Annoncen wegfallen und zweitens weil die Unternehmen auf ihren Seiten mehr Möglichkeiten haben. Mehr Möglichkeiten für weniger Kosten. Welches Unternehmen wird da schon Nein sagen?
Und so stellt sich wirklich die Frage, wie lange ein unbeschwertes Leben offline noch möglich ist.
Tags: Intern, Lieblinge, Top Themen




This post is exactly what I am interested. We need some more good information. Please add more good information.
Hello Great informative article! Thanks so much for sharing your wealth of information. I certainly appreciate the effort! keep up the good work